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Sind wir tatsächlich Fleischfresser?

Es ist hartnäckig, das Bild des Höhlenmenschen mit der Mammut-Keule in der Hand, der Großwildjäger, der außer rotem Fleisch höchstens ein paar gesammelte Beeren und Nüsse auf dem Speiseplan duldet. Gerade von Fleischliebhabern und natürlich der Fleischindustrie wird es gerne gezeichnet, um den täglichen Konsum als natürlich und notwendig zu rechtfertigen. Doch ist dieser Stereotyp wissenschaftlich haltbar?

Der Mensch als Allesfresser

Wir sind ist eine extrem anpassungsfähige Spezies. Das ist unser evolutionäres Erfolgsgeheimnis. Unser Hirnleistungen sind komplex und benötigen Nährstoffe, auch Eiweiß und Proteine, die unter anderem in Fleisch enthalten sind. Aber nicht nur. Zahnsteinuntersuchungen unserer Vorfahren haben ergeben, dass die Ernährung in vorgeschichtlichen Epochen wohl ziemlich Abwechslungsreich war: Wildkräuter und -Pflanzen, Früchte, Insekten, Maden und ab und zu kleine Nagetiere. Eine Großwildjagd war gefährlich und bildete die absolute Ausnahme. Dass wir unsere Nährstoffe vor allem durch Pflanzen bekommen haben, spiegelt sich auch in unserer Anatomie wieder.

Unser Gebiss ist kein Raubtiergebiss

Unser Gebiss zeichnet sich vor allem durch große Backenzähne aus, mit denen wir ballaststoffreiches, pflanzliches Gewebe perfekt zerkleinern können. Fleischfresser dagegen haben ein sogenanntes "Scherengebiss", ein Gebiss, bei dem die Zähne nicht vertikal aufeinander zulaufen, sondern knapp aneinander vorbei.

Anders als bei Schneide- oder Mahlzähnen, die unser Gebiss dominieren, opponieren die scharfen Flächen der Zähne bei geschlossenem Kiefer nicht aufeinander, sondern liegen wie bei den Schneiden einer geschlossenen Schere. Ein solches Gebiss eignet sich perfekt dafür, Tiere zu reissen und ihr Fleisch zu zerkleinern.

Unser Stoffwechsel und verdauungssystem sind auf Pflanzliche Kost ausgerichtet

Tatsächlich verfügt der Mensch über keine bekannten anatomischen, physiologischen oder genetischen Anpassungen, die ihm den Fleischkonsum besonders erleichtern würden.

Wir sind vielmehr für den Verzehr von Pflanzen geschaffen und benötigen diesen auch für die Nährstoffzufuhr.  Zum Beispiel Vitamin C. Fleischfresser müssen Vitamin C selbst erzeugen können, da sie nur wenig Vitamin-C-reiche Pflanzenkost zu sich nehmen. Wir hingegen können kein Vitamin C synthetisieren, unser Körper muss es mit pflanzlicher Kost zu sich nehmen.

Unser Darm ist im Vergleich zu dem von carnivoren Tieren sehr lang, da pflanzliche Nahrung länger im Körper bleiben muss, um gut verdaut zu werden. Für die Verdauung von Fleisch aber würde ein kurzer Darm genügen.

Es bleibt jedem selbst überlassen, ob und in welchem Ausmaß er Fleisch essen möchte. In Anbetracht unser anatomischen und physiologischen Gegebenheiten ist es jedoch fragwürdig, ob dies in dem Ausmaß, in dem es in den meisten Industrieländern betrieben wird, tatsächlich gesundheitsfördernd ist. Von der ökologischen Katastrophe Massentierhaltung, die gegen jedes bessere Wissen aufrechterhalten wird, um unseren Fleischhunger zu stillen, ganz abgesehen.

 

Quelle: Warinner Chr., Debunking the paleo-diet, Januar 2013

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