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Eier "Ohne Kükentöten" - eine neue Technologie macht es möglich

Hähne legen keine Eier. Das macht sie für die industrialisierte Tierhaltung unrentabel und bedeutete jährlich das Todesurteil für 45 Millionen frisch geschlüpfte, männliche Küken. Sie wurden kurz nach ihrer Geburt vergast oder geschreddert. Doch damit soll bald Schluss sein...

Warum werden in Deutschland Millionen Küken getötet?

Warum werden in Deutschland Millionen Küken getötet?

Für die Eierproduktion werden in Deutschland jährlich Millionen neuer Legehennen benötigt. Die besonders legestarken Rassen, die in Deutschland gezüchtet werden und bis zu 300 Eier pro Jahr erbringen, eignen sich aufgrund ihres eher schmächtigen Körrperbaus nicht für die Fleischproduktion. Darum wäre es für die Industrie nicht önonomisch, die männlichen Küken mit ihren eierlegenden Schwestern zusammen aufzuziehen.

Jedes Jahr werden um die 45 Millionen männlichen Küken, die sogenannten "Eintagsküken", kurz nach dem Schlüpfen vergast oder geschreddert. Doch eine neue Technologie soll dem nun entgegenwirken.

Das Geschlecht schon vor dem Schlüpfen bestimmen

Das Geschlecht schon vor dem Schlüpfen bestimmen

"SELEGGT" heißt das Unternehmen, das eine neue Technik entwickelt hat, mit der das Geschlecht des Kükens schon ab dem neunten Bruttag bestimmt werden kann. Es handelt sich dabei um eine "endokrinologischen Geschlechtsbestimmung im Brutei". Bei diesem Verfahren wird mit einem Laser ein 0,3 mm großes Loch in die Eierschale gebohrt. Es ist so fein, dass es später wieder zuwächst. Durch dieses Loch wird dem Ei etwas Flüssigkeit entnommen.

Weibliche Küken sondern Östronsulfat, ein weibliches Geschlechtshormon ab, das in der entnommenen Flüssigkeit ermittelt werden kann. Fehlt dieses Hormon in der Flüssigkeit, handelt es sich um ein männliches Küken und das Ei wird nicht weiter ausgebrütet, sondern zu hochwertigem Futtermittel weiterverarbeitet.

Keine Ideale Lösung, aber ein Anfang

Keine Ideale Lösung, aber ein Anfang

Kritiker fragen  zurecht, ob ein neun Tage alter Hühnerembryo schon ein Schmerzempfinden entwickelt hat, und die grausame Tötung für ihn damit nur vorgezogen wird. Es gibt verschiedene Studien zum Schmerzempfinden von Hühnerembryonen, die dies ausschließen, doch eine 100%ige Garantie gibt es noch nicht.

Vor allem Tierschützer wünschen sich als nächsten Schritt, dass die männlichen Küken als "Bruderhähne" mit ihren weiblichen Artgenossen aufgezogen werden, doch dies scheiterte bisher am Gewinnstreben der Industrie.

Was kosten die Eier und wo kann man sie kaufen?

Was kosten die Eier und wo kann man sie kaufen?

Die Eier aus endokrinologischem Brutverfahren gibt es ab jetzt in 223 Rewe und Penny-Märkten in Berlin zu kaufen. Sie sind 1 bis 2 Cent teurer als Eier aus herkömmlicher Produktion und tragen einen herzförmigen Aufdruck mit der Inschrift "Ohne Kükentöten".

Wir hoffen, dass sich das neue Verfahren schnell und überregional durchsetzt, aber auch, dass dies nur ein erster Schritt hin zu einer sanfteren Tierhaltung ist.

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