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Die Saison ist eröffnet – Unsere Tipps für Pilzsammler und solche, die es werden wollen

Das Sammeln von Pilzen liegt voll im Trend. Das allgemein gestiegene Bewusstsein für eine gesunde Ernährungsweise mit unbehandelten Lebensmitteln und das kraftspendende Wandern in der freien Natur machen das Pilzsammeln auch für junge Menschen attraktiv. Doch gerade für Unerfahrene birgt das Sammeln von Pilzen erhebliche Gefahren, denn eine Verwechselung von einem essbaren mit einem giftigen Pilz kann schlimme gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen. Wer auf die Suche nach Pilzen geht, sollte sich also vorab gut informieren.

Abbildung 1: Auch junge Menschen zieht es zur Pilzsaison im Herbst regelmäßig in den Wald.

Wann sammelt man Pilze?

Hauptsaison für Pilzsammler ist der Spätsommer beziehungsweise der frühe Herbst. Die meisten Sammler trifft man im September und Oktober bei gutem Wetter in den Wäldern und auf den Feldern. Viele Pilzarten, wie der Bovist, lassen sich bereits im August entdecken. Aber auch im Winter kann man einige der essbaren Pilzarten auffinden, zum Beispiel den Austernseitling. Um zu erfahren, wann welcher Pilz gedeiht, empfiehlt sich der Blick in einen Pilzkalender. Besonders vielversprechend ist die Suche nach ein paar regnerischen Tagen mit für die Jahreszeit milden Temperaturen, denn Pilze lieben die Kombination aus Feuchtigkeit und relativer Wärme. 

Wo findet man essbare Pilze?

Pilze findet man in unterschiedlichen Wäldern, auf Wiesen und Weiden. Die Waldpilze sind dabei aufs engste mit den sie umgebenden Bäumen verbunden. Maronen präferieren Fichten und Kiefern, während Steinpilze Laub- und Nadelwäldern bevorzugen. Rotkappen gedeihen in der Nähe von Birken, Hainbuchen und Pappeln. Manche Pilze wachsen auf dem Waldboden, andere auf Bäumen oder Baumstümpfen. Gerade Anfänger sollte sich zunächst auf die Suche am Boden beschränken und ihren Blick schulen, bevor sie überall Ausschau halten. Den potentiellen Fundort tragen viele Pilze bereits in ihrem Namen, nämlich die Bezeichnung der Bäume mit denen sie in einer Symbiose leben: Der Birkenpilz wächst unter Birken, der Erlengrübling unter Erlen und die Eichenrotkappe unter Eichen. Das dies nicht immer der Fall sein muss, zeigt der Fichtensteinpilz, der neben den namensgebenden Bäumen auch gerne unter Kiefern und in Mischwäldern anzutreffen ist. Wer wiederum auf Wiesen und Weiden beispielsweise nach den beliebten Wiesen-Champignons Ausschau hält, der sollte bevor er die Pilze dem Boden entnimmt, darauf achten, ob der Boden eventuell überdüngt oder gar mit Pestiziden bespritzt wurde. Ist dies der Fall, sollte man die Pilze gar nicht erst aufsammeln. Gleiches gilt für Parkanlagen und andere städtische Grünflächen, die häufig Speisepilze wie den Perlpilz beherbergen. Pilzsucher werden auch an Straßenrändern fündig, allerdings sollte man aufgrund der möglichen Schadstoffbelastung vom Verzehr dieser Pilze absehen. Wo genau man am besten auf die Suche nach essbaren Pilzen geht, ist ein gut gehütetes Geheimnis erfahrener Sammler. Wie im Leben so muss man auch bei der Pilzsuche seine eigenen Erfahrungen machen. Und genau das ist ja auch der Reiz dabei.

Abbildung 2: So werden Pilze mit dem Messer abgeschnitten.

Wie sammelt man Pilze? – 8 Tipps

  1. Bestimmungsbuch immer bei sich führen: Unverzichtbar für jeden Pilzsammler ist ein Bestimmungsbuch, das die wesentlichen Merkmale zusammenfasst, anhand derer man die verschiedenen Pilzsorten unterscheiden kann. Als Unterscheidungskriterien dienen hierbei die Form und Farbe des Fruchtkörpers, der sich in Hut und Stil untergliedern lässt, die Art der Verbindung von Hut und Stil, die Farbe der Sporen und vieles mehr. Das Bestimmungsbuch sollte nicht bloß zu Hause studiert werden, sondern unbedingt mit auf die Pilzsuche genommen werden. Anfänger sollten sich auch beim Sammeln populärer und leicht erkennbarer Pilze mit einem Blick in das Buch absichern. Kommt der gefundene Pilz nicht in dem Buch vor, was bei den selteneren der weltweit etwa 100. 000 beschriebenen Sorten nicht auszuschließen ist, sollte man definitiv die Finger von ihm lassen. Außerdem besteht bei manchen Speisepilzen eine Verwechselungsgefahr mit giftigen Pilzen. Im Zweifelsfall sollte man auch hier den Pilz einfach stehen lassen und sich bei anhaltendem Interesse von einer Pilzberatungsstelle aufklären lassen.

  2. Sammeln Sie nicht mehr Pilze als sie verwerten können: Bevor man aufbricht, sollte man sich überlegen, für was man die Pilze verwenden möchte (z.B. für ein Pilzgericht) und wie viele Pilze man dafür benötigt. Da Pilze nicht sehr lange haltbar sind, werden überschüssige Pilze relativ schnell ungenießbar. Auch zu junge oder zu alte Pilze eignen sich nur selten für den Kochtopf und sollten daher stehen gelassen werden.

  3. Zerstörung von Pilzen unbedingt vermeiden: Wer Pilze dem Boden entnimmt, sollte dies mit aller Vorsicht tun, vor allem wenn diese von anderen Pilzen umgeben sind. Denn Pilze sind sehr empfindlich und brechen leicht. Selbst Pilze die Schneckenbisse aufweisen oder von Maden zerfressen wurden, gilt es unbeschadet stehen zu lassen, denn auch diese tragen noch Sporen, die ihrer Vermehrung dienen. Auch manchem Tier dienen diese Pilze noch als willkommene Mahlzeit.

  4. Pilze gekonnt herausdrehen oder abschneiden: Man sollte Pilze unter keinen Umständen plump herausreißen, denn das beschädigt das Myzel, also das unterirdische Fadengeflecht eines Pilzes. Viel besser ist es, man schneidet den Pilz mit einem kleinen, scharfen Messer auf Bodenhöhe ab oder dreht ihn mit aller Vorsicht heraus. Sollte dabei ein Loch entstehen, sollte man dieses mit Erde füllen damit das Pilzgeflecht im Boden nicht austrocknet. Denn das, was beim Pilzsammeln entnommen wird, ist lediglich der Fruchtkörper. Der eigentliche Pilz wächst unterirdisch und bleibt so erhalten.

  5. Pilze richtig reinigen: Die gesammelten Pilze sollten bereits am Fundort gereinigt werden. Dabei werden die Pilze nicht gewaschen, sondern mit einer Bürste gesäubert, denn Wasser macht sie klitschig und gummiartig. Nur bei starker Verschmutzung ist es ratsam, die Pilze in einem Sieb kurz abzubrausen.

  6. Wahl des Sammelbehälters: Die Pilze sollten am besten in einem luftdurchlässigen Holzkorb getragen werden, für einen kurzen Ausflug in Wald und Wiesen darf es aber auch ein geöffneter Plastikbehälter sein. Plastiktüten sollte man jedoch nicht verwenden, da die Pilze darin schnell verderben.

  7. Ein Pilz ist selten alleine: Wer bereits einen Pilz gefunden hat, für den lohnt sich das Suchen nach weiteren Exemplaren in unmittelbarer Nähe. Der Grund: Das Myzel bildet gerne mehrere Fruchtkörper. Daher lohnt es sich auch nach ein, zwei Wochen erneut am selben Fundort Ausschau zu halten.

  8. Was tun bei einer Pilzvergiftung? Man unterscheidet Pilzvergiftungen mit kurzer Latenzzeit (15 Minuten bis 6 Stunden) und solche mit langer (sechs Stunde bis mehrere Tage. Wer also erst Tage nach dem Verzehr von Pilzen körperliche Beschwerden hat, der sollte dies unbedingt dem behandelnden Arzt mitteilen. Besteht der Verdacht einer Pilzvergiftung, sollte man keine Sekunde zögern und bei der nächstgelegenen Giftnotrufzentrale anrufen.

Pilzgerichte

Pilze enthalten viele Nährstoffe und schmecken einzigartig. Vor dem Verzehr müssen sie in jedem Fall erhitzt werden, da sie in der Regel schwer verdaulich sind. Zudem sind viele Pilze vom Fuchsbandwurm befallen, der bei Temperaturen über 70 Grad Celsius abgetötet wird. Wer bei der Suche erfolgreich war, der findet in Kochbüchern oder auf Blogs eine Vielzahl leckerer Pilzgerichte, von der Steinpilzsuppe bis hin zu herzhaftem Wild, das gemeinsam mit diversen Pilzsorten die perfekte Herbstmalzeit ist

Zum Einstieg: Finden Sie den Pilz des Jahres 2017!

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat das Judasohr zum der Pilz des Jahres 2017 bestimmt. Das Judasohr wächst bevorzugt an Schwarzem Holunder, Ahorn und Buche und ist das ganze Jahr über zu finden. In der Begründung der DGfM heißt es: „Seine ungewöhnliche Form macht das Judasohr unverwechselbar. Giftige Doppelgänger sind nicht bekannt – also ein idealer Einsteigerpilz.“

Bildquellen:

Bild 1: fotolia.com © EduardSV #120515510

Bild 2: fotolia.com © Stanislau_V #171933809

Bild 3: fotolia.com © exclusive-design #133761168

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